„Mindestens zwei Wochen“ – Dr. Upul über Ayurveda, Panchakarma und was europäische Gäste wirklich brauchen
Dr. Upul Rajapaksha ist Chefarzt im Thaulle Resort in Sri Lanka und seit über 25 Jahren Ayurveda-Arzt. Im Interview erklärt er, wie eine ärztlich begleitete Ayurveda-Kur abläuft, warum Panchakarma mindestens zwei Wochen dauern sollte, bei welchen Beschwerden europäische Gäste nach Sri Lanka kommen – und warum eine Woche Ayurveda nicht reicht.rztliche Leitung
Dr. Upul Rajapaksha leitet seit 2015 das Ayurveda-Zentrum im Thaulle Resort am Yoda-See. Registriert beim Ayurveda Medical Council of Sri Lanka, spezialisiert auf Panchakarma an der Universität Kerala in Indien, ausgezeichnet mit dem Ehrentitel „Vaidyaabimani“. Über 3.000 europäische Gäste hat er in seiner Karriere betreut. Wir haben mit ihm über seinen Weg, den Alltag einer Ayurveda-Kur und die häufigsten Fragen europäischer Gäste gesprochen.
Wie wird man Ayurveda-Arzt in Sri Lanka?
Ein Ayurveda-Arzt in Sri Lanka absolviert ein fünfjähriges Universitätsstudium plus ein Praxisjahr – vergleichbar mit internationalen medizinischen Standards. Erst danach darf er selbstständig praktizieren, in einer Organisation oder in einer staatlichen Einrichtung arbeiten. Das Studium verbindet traditionelle Methoden mit moderner medizinischer Zertifizierung.
Dr. Upul studierte von 1990 bis 1996 an der medizinischen Fakultät für Ayurveda in Sri Lanka. Danach spezialisierte er sich an der Universität Kerala in Indien auf Panchakarma und an der Universität Kelaniya auf Yoga, Meditation und Kshara-Suthra. Zusätzlich absolvierte er eine Ausbildung in Akupunktur und Homöopunktur. Bei Dr. Upul hat Ayurveda Familientradition: Sein Vater ist ein renommierter Ayurveda-Arzt, sein Bruder und seine Frau sind ebenfalls qualifizierte Ayurveda-Ärzte. „Mein Vater hat mich inspiriert, ein hohes Niveau im Bereich Ayurveda zu erreichen“, sagt er. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Allgemeinmediziner in Sri Lanka und war anschließend ein Jahr in Deutschland als Arzt für Ayurveda und Akupunktur tätig. Danach folgten Jahre als beratender Ayurveda-Arzt in angesehenen Hotels und Resorts, die sich an europäische Gäste richten.

Was macht die Ayurveda-Behandlung im Thaulle anders?
Die Behandlungen im Thaulle kombinieren klassisches Ayurveda mit den traditionellen medizinischen Philosophien Sri Lankas. Alle Anwendungen, Arzneimittel und Mahlzeiten werden individuell auf den Gast abgestimmt – auf Basis von Dosha-Typ, Beschwerden, Körperbau und persönlichen Präferenzen. Dr. Upul beschreibt es so: „Dieser Prozess ist schwieriger umzusetzen, da er ein hohes Maß an Hingabe sowohl des Gastes als auch der Einrichtung voraussetzt.“ Was das in der Praxis bedeutet: Sobald der individuelle Therapieplan steht, wird das gesamte Team – Therapeuten, Küche, Yogalehrer – eingewiesen. Jedes Element greift ineinander. Arzneimittel, Anwendungen, Ernährung, Yoga und Meditation werden nicht als isolierte Bausteine angeboten, sondern als ein zusammenhängendes Behandlungskonzept. Gäste erhalten im Thaulle mindestens fünf Behandlungen pro Tag im Ayurveda-Zentrum – abhängig vom individuellen Bedarf auch mehr.
Wie sieht ein typischer Tag während einer Ayurveda-Kur aus?
Ein Kurtag im Thaulle beginnt mit Yoga und Meditation zwischen 6:30 und 8:30 Uhr. Danach folgen Frühstück, die täglichen Ayurveda-Behandlungen laut individuellem Plan, Dosha-abgestimmte Getränke, Mittagessen und Abendessen. Am Abend erhalten Gäste den Behandlungsplan für den nächsten Tag.
Der Tagesablauf im Detail:
- Morgens: Yoga und Meditation in der Meditationshalle. Ayurveda-Gäste haben eine Stunde, Yoga-Gäste bis zu anderthalb Stunden. Bei Bedarf kann abends eine weitere Session stattfinden – am Kirrinda-Strand oder an einem der Tempel in der Umgebung.
- Vormittags bis Nachmittags: Frühstück zwischen 7:00 und 10:30 Uhr. Die Ayurveda-Behandlungen beginnen nach der individuellen Reihenfolge des Therapieplans. Vor dem Mittagessen werden Dosha-abgestimmte Getränke serviert – am Pool, im Restaurant, in den Gartenbereichen oder als Zimmerservice.
- Einmal wöchentlich: Einführung in die Philosophie des Ayurveda und Demonstration der traditionellen sri-lankischen Ayurveda-Küche.
- Abends: Abendessen ab 19:00 Uhr in den Gärten des Hotels. Gleichzeitig werden die Behandlungspläne für den nächsten Tag ausgeteilt. Dr. Upul und die Geschäftsleitung sind beim Abendessen anwesend, um Rückfragen zu klären und Feedback einzuholen. Arzt und Team stehen rund um die Uhr zur Verfügung.
- Nachtruhe: Es wird empfohlen, das Abendessen gegen 22:00 Uhr abzuschließen, um eine erholsame Nacht zu ermöglichen. Zwischen den Behandlungen sind auch Ausflüge möglich, zum Yala-Nationalpark, zum Kataragama-Tempel oder zum Kirrinda-Strand.
Bei welchen Beschwerden hilft eine Ayurveda-Kur?
Die häufigsten Gründe europäischer Gäste für eine Ayurveda-Kur im Thaulle sind Burnout, Depression, Schlaflosigkeit, Arthritis, Hauterkrankungen wie Psoriasis, Wunsch nach Entgiftung und Gewichtsreduktion. Dr. Upul erstellt für jede Ausgangslage einen individuellen Therapieplan. Dr. Upul beschreibt seine Gäste: „Die meisten sind entweder Berufstätige mittleren Alters, Rentner oder ältere Menschen. Sie kommen mit vielerlei verschiedenen Beschwerden.“ Das Spektrum reicht von akuten Belastungssymptomen wie Burnout und Schlafstörungen bis zu chronischen Erkrankungen wie Arthritis und Psoriasis. Auch Gäste, die eine grundlegende Entgiftung oder Gewichtsreduktion anstreben, finden im Thaulle den passenden Rahmen. Erfahren Sie mehr über Ayurveda für erschöpfte Leistungsträger und High Performer.
Was Gäste mit einer Ayurveda-Kur erreichen können – zwei Beispiele
Therapeutisch relevante Ergebnisse sind möglich, wenn Gäste den Ayurveda-Empfehlungen konsequent folgen. Dr. Upul betont: Der Erfolg hängt nicht nur von den Behandlungen ab, sondern auch von der Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.
Zwei Fälle aus seiner Praxis zeigen das. Ein Gast mit schwerer Psoriasis: Er hatte zuvor mehrere Behandlungen ohne Erfolg absolviert – sowohl konventionell als auch ayurvedisch. Die Erkrankung hatte sein Selbstwertgefühl stark beeinträchtigt und zu beruflichen wie privaten Einschränkungen geführt. Nach einer Woche im Thaulle zeigten sich deutliche Verbesserungen. Er blieb insgesamt drei Wochen, um den größtmöglichen Nutzen aus der Kur zu ziehen. Dr. Upul gab ihm Empfehlungen, um die Effekte für etwa ein Jahr aufrechtzuerhalten.

Ein europäischer Gast zur Gewichtsreduktion: Innerhalb von fünf Wochen konnte er sein Gewicht um 15 Kilogramm reduzieren. Dr. Upul ordnet beide Fälle ein: „Der enorme Erfolg konnte nur erreicht werden, da die Patienten die Ayurveda-Regeln vollständig befolgt haben.“
Wie lange sollte eine Panchakarma-Kur dauern?
Dr. Upul empfiehlt für eine Panchakarma-Kur mindestens zwei Wochen. Ideal sind drei Wochen. Dieser Zeitrahmen ist notwendig, um die drei Phasen zu durchlaufen: Vorbehandlung, Hauptbehandlung und Nachbehandlung. Eine einwöchige Kur reicht nicht aus, um therapeutisch relevante Ergebnisse zu erzielen. „Eine einwöchige Behandlung würde ich nicht empfehlen, es sei denn, es handelt sich nur um einen Teil in einem Wellnessurlaub“, sagt Dr. Upul klar. „Denn nach so kurzer Zeit kann noch kein positiver Nutzen erzielt werden.“ Für eine vollständige Panchakarma – also Entgiftung, Behandlung und Stabilisierung – braucht der Körper Zeit. Erst ab zwei Wochen greifen alle drei Phasen ineinander. Die Frage, wie oft eine Kur wiederholt werden sollte, beantwortet Dr. Upul ebenfalls: „Am besten einmal im Jahr. Noch effektiver ist es, wenn der Gast zusätzlich einem gesunden Lebensstil und Ernährungsplan folgt.“ Detaillierte Informationen zu Aufenthaltsdauer und Preisen finden Sie auf der Preisseite.
Kann Ayurveda auch gesunden Menschen helfen?
Ja. Ayurveda verfolgt zwei Ziele: Heilung und Prävention. Panchakarma wird sowohl bei bestehenden Beschwerden eingesetzt als auch zur Vorbeugung. Dr. Upul empfiehlt, möglichst früh mit der Prävention zu beginnen – bevor Beschwerden chronisch werden. Es gibt keine Altersgrenze. Dr. Upul erklärt den Mechanismus über das Dosha-Modell: „Eine ernsthafte Krankheit tritt auf, wenn sich die drei Doshas auf eine negative Weise akkumulieren und gemäß sechs Schritten mutieren. Wenn wir diesen Prozess bereits auf Stufe eins unterbrechen, erzielen wir deutlich bessere Ergebnisse.“ Sein Fazit ist pragmatisch: „Es ist besser, mit dem empfohlenen Plan zu beginnen, bevor überhaupt die erste Stufe erreicht wurde.“ Für gesunde Menschen bedeutet das: Eine Panchakarma-Kur stärkt das Immunsystem, beugt Beschwerden vor und schafft einen bewussten Ausgangspunkt für einen gesünderen Lebensstil.
Warum Yoga und Meditation zur Ayurveda-Kur gehören
Dr. Upul sieht Yoga und Meditation nicht als optionale Ergänzung, sondern als integralen Bestandteil der Kur. Ayurveda gleicht die drei körperlichen Doshas aus – Yoga und Meditation gleichen die drei mentalen Kategorien aus. Ein klarer Verstand ist Voraussetzung für die Heilung des Körpers. „Um den Ayurveda-Anwendungen, einem gesunden Lebensstil und dem Ernährungsplan zu folgen, braucht es Disziplin, Hingabe und einen klaren Verstand“, erklärt Dr. Upul. „Meditation und Yoga helfen dabei, diesen Zustand zu erreichen.“
Im Thaulle ist Yoga und Meditation deshalb fester Bestandteil jedes Kurtags. Morgens in der Meditationshalle, bei Bedarf abends an besonderen Orten in der Umgebung am Yoda-See. Zusammenfassung Dr. Upul bringt über 25 Jahre Erfahrung, eine fundierte Ausbildung in Sri Lanka und Indien sowie die Fähigkeit mit, europäische Beschwerden im richtigen Kontext zu behandeln. Seine Empfehlung ist klar: Nehmen Sie sich mindestens zwei Wochen Zeit. Befolgen Sie die Empfehlungen konsequent. Und erwarten Sie keine Wellness, sondern eine medizinisch geführte Kur. Mehr über Dr. Upul und seine Qualifikation erfahren.